Februar 2008


… das muss mich ja nicht davon abhalten, mir mal die gerade auf dem Tisch liegenden DVDs genauer anzuschauen.
Das war mein erster Gedanke und ich habe es auch durchgezogen 🙂

Weil ich mein neues Wohnzimmer – siehe Beiträge zuvor – auch mal so richtig geniessen wollte, habe ich mir von meinem Bruder alle 3 Teile von „Der Herr der Ringe“ vorbeibringen lassen. Der Clou: Es waren auch gleich die „Special Extended Editions“. Also nicht nur laange DVD gucken, sondern sogar seehr laaaange. Ich war zwar nie so richtig ein Fan davon, aber ich fand es auch nie so schlimm, als dass ich mir die Reihe nicht nochmal anschauen könnte.

Jedem, dem es beim Gedanken an die Filme ähnlich geht, kann ich die „Special Extended Editions“ echt ans Herz legen. Sie sind zwar wirklich sehr lang aber es lohnt sich absolut. Es kommen Szenen mit in den Film, die ihn meiner Meinung nach noch dichter und auch ein wenig emotionaler machen. Jede Minute des Films reiht sich nahtlos in einen Teil der Erzählung ein, es gibt keine Stelle die einem fehl am Platze vorkommt und das Gesamtverständnis für den Film wächst.
Seitdem ich heute den letzten Teil auch geschaut habe, bin ich erheblich positiver gestimmt was diese Reihe betrifft und würde sie auch nochmal schauen.

Mein Tipp: Der Herr der Ringe Special Extended Edition!

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Wir kennen es mittlerweile aus den Nachrichten, als wäre es ein Bestandteil des alltäglichen Lebens: Unternehmensfusionen
Ich kenne viele Leute, die sich bei solchen Nachrichten des öfteren Fragen, ob sich das alles so bezahlt macht, was alles in so einem Fusionsprozess auf der Strecke bleibt und ob das schlussendliche Konstrukt dies wieder aufwiegt? Kommen die Investiotionen, die bei einer Zusammenlegung von Produktion, Forschung, Entwicklung, Verwaltung, Stadorten, Organisationen , Unternehmenskulturen usw. entstehen am Ende wieder rein? Viele viele Fragen! Ich habe mich das auch immer gefragt und seit nicht allzu langer Zeit gehöre ich zu den jenigen, die eine solche Fusion mal von der anderen Seite begutachten dürfen.
Unser Unternehmen will mit dem letzten Konkurrenten fusionieren!

Seitdem ich diesen Prozess am eigenen Leib miterfahren darf weiss ich, dass bei Fusionen nicht mit gesundem Menschenverstand hinsichtlich des eigenen Geschäftes, der eigenen Chancen, der eigenen betrieblichen Lage und vor allem der eigenen Qualitäten rangegangen wird. Es gibt ein Bedrohungsszenario, dies wird plakativ dargestellt, und wenn man es so allein für sich betrachtet sieht, ist es auch eine Bedrohung. Es gibt zwar bekantlich viele Wege nach Rom, nur in solchen unternehmerischen Prozessen scheint sich beim Aufkommen von solchen Modeerscheinungen die Vielfalt der Wege drastisch zu minimieren. Nachdem andere Alternativen ausgeschlossen wurden – manche auch für den Mitarbeiter nachvollziehbar, manche Schlichtweg durch Fehlentscheidungen oder auch Managementfehler – blieb dann wieder die Alternative über, die zuerst ausgeschlossen wurde. Es schliesst sich an dieser Stelle der Kreis, es wird fusioniert … obwohl das eigentlich nie jemand wollte und man stattdessen lieber jeden anderen Weg gegangen wäre.

Jetzt muss man sich allerdings den Fusionsprozess bei uns so vorstellen. Es gibt auf dem Markt der Milchverarbeitung (Namen, Branchen und andere Sachverhalte wurden durch den Autor verfälscht) noch genau 2 Unternehmen – es sei an dieser Stelle gesagt, dass beide Unternehmen zu 100% ihren Gesellschaftern gehören, die gleichzeitig auch die Kunden sind … Somit heisst es, dass am Jahresanfang die Eigner das Geld für das Geschäftsjahr zur Verfügung stellen und in Folge beeinflussen, was mit dem Geld realisiert wird – : Die Milchverarbeiter GmbH hat als Hauptgeschäftzweig – es ist der einzige – das Verarbeiten von Rohmilch zu den Supermarktprodukten „Frische Vollmilch“, „Frische fettarme Vollmilch“, „Haltbare Vollmilch“ und „Fettarme haltbare Vollmilch“ für Ihre Abnehmer. Es wird also aus der Rochmilch nur das Supermarktprodukt Milch in 4 unterschiedlichen Facetten hergestellt. Dies ist ein Massengeschäft, jeder kauft Milch und es wird immer Milch benötigt. Man produziert also ein standardisiertes Massenprodukt, worüber man natürlich einen großen Abnehmerkreis hat.
Die 2. Firma im Bunde ist All-4-Milk GmbH. Sie stellt neben den oben bereits beschriebenen Milchprodukten auch Joghurt in Naturjoghurt Variante sowie mit Geschmack her, dasselbe gilt für Quark, Milchdrinks, Küchenprodukte wie Saure Sahne, Creme Fraiche usw. und nun auch die immer mehr in den Supermarktregalen zu findenden Drinks namens Lassi. Desweiteren wird der Kunde bei der Vermarktung seiner Produkte unterstützt, es wird neben den Standardverpackungen 1l Tetra-Pack für unterschiedliche Zwecke auch in 0,5 l Tetra-Packs oder kleiner abgefüllt, es gibt Glasflaschen und bei Bedarf wird mit dem Kunden auch an einem Sonderformat getüftelt. Wenn der Kunde neue Produkte auf den Markt bringen will dann wird bei der Planung und Umsetzung unterstützt oder in Zusammenarbeit mit dem Kunde ein Weg gefunden, wie man es in der All-4-Milk GmbH zentralisiert vor Ort herstellt und somit den Abnehmern die Möglichkeit lässt sich auf Ihr Kerngeschäft zu konzentrieren – den Verkauf eines Produktes.

Diese beiden oben genannten Unternehmen fusionieren nun. Nicht die Milchverarbeiter GmbH, wie man vermuten würde, wollte die All-4-Milk GmbH übernehmen. Dort bestand kein Interesse, weil das Portfolio der All-4-Milk GmbH nicht den eigenen Vorstellungen entprach und man wenn eh nur die Kunden der All-4-Milk GmbH gewinnen wollte, um sie mit den eigenen Milchprodukten zu versorgen.
Die All-4-Milk GmbH sah aber ein Risiko darin, dass die Milchverarbeiter GmbH eine so große Marktdurchdringung hat und darüber eben die Kosten auf mehr Kunden verteilen kann. Damit kommen die Kunden der Milchverarbeiter GmbH über die Rechnung der Gesamtkosten umgelegt auf die Kunden an Ihre Milchprodukte zu einem geringeren Preis. Dies war Anlass genug für die All-4-Milk GmbH nach Ausschluss aller anderen Optionen die Fusion anzustreben, bevor die ersten Kunden aus dem eigenen Lager in das Lager der Milchverarbeiter GmbH abwandern um an günstigere Milchprodukte zu kommen und sich damit das Verhältnis noch weiter verschieben würde.

Für all jene, die hier bereits den Faden verloren haben: Ich hatte ihn zu dem Zeitpunkt auch den Faden verloren, aber nach einer Weile und viel drüber nachdenken bekommt man ihn irgendwann wieder, auch wenn es dann nicht mehr derselbe Faden ist wie vorher.

Es standen zuvor natürlich noch andere Optionen im Raum, um die eigenen Position zu stärken. Mit ein Hauptgrund, warum man sich über die Zukunft bei der All-4-Milk GmbH Gedanken gemacht hat, war die Tatasache, dass die All-4-Milk GmbH vor dem Problem stand, dass Sie den Kern Ihrer Produktion erneuern musste, weil die Maschinen einfach zu alt waren und nicht mehr mit der Zeit, den ständigen Produktneuerungen und den wachsenden Anforderungen Schritt halten konnten. Es war einfach zu aufwendig geworden und nicht mehr zeitgemäss die Produktion damit weiterzumachen. Die Milchverarbeiter GmbH stand vor demselben Problem, sie hatte allerdings noch wenige Jahre mehr Zeit, bevor dieser Schritt anstehen würde und sie vermochte auch bei jeglichem Marketing gegenüber den Eignern und der Kundengewinnung gut zu verschleiern, dass sie in eine ähnliche Falle tappt.
Das bedeutete für die Eigner und Führung der All-4-Milk GmbH also, nicht nur dass die Fixkosten auf weniger Köpfe aufgeteilt werden konnten und somit das Produkt bei der puren Rechnung teurer erscheint und gegenüber der Konkurrenz nicht so gut wegkommt, sondern auch wenn man jetzt noch die gesamte Produktion erneuert und alles über die Köpfe der Eigner/Kunden verteilt, müssen die nochmal was drauf zahlen, um weiterhin dasselbe Produkt zu bekommen, nur um besser für die Zukunft gerüstet zu sein. Dies wurde als zu teuer angesehen, andere Wege mussten her – wohlgemerkt der Konkurrent war in derselben Lage!
Aus diesen Problemen und der eigenen Angst heraus wurde die Fusion beschlossen.

Genau an dem Punkt beginnt sich der Verstand bzw. das Verständnis der Mitarbeiter von dem der Eigner und der Führung zu trennen.
Die Fragen eines Mitarbeiters in einer solchen Situation:

  1. Wie kommt die Rechnung zu Stande, dass beim Konkurrtenten alles billiger ist?
    Hintergrund nochmal wiederholt: Konkurrent macht nur Standardgeschäft, Rest interessiert ihn nicht, der Kunde kann sich um das ganze drumherum ja gerne selber kümmern – Wir selber bieten Full-Service, der Kunde soll sich rein nur um den Verkauf seines Produktes kümmern und durch die Konzentration auf das Kerngeschäft dies so gut wie möglich realisieren können!
    Gedanken im Hinterkopf des Mitarbeiters: Wenn wir alles drum herum und diverse andere Produkte gleich mitmachen, der Kunde sich also nicht drum kümmern braucht, kein Personal braucht, keine gesonderten Dienstleister- oder Werkverträge benötigt, alles aus einer Hand geliefert bekommt, ist es dann nicht klar, dass dieses Produkt teurer ist als die Nur-Milch-Variante ohne drumherum und ohne Service? Aber warum werden diese Produkte nkallhart in den Kosten gegenübergestellt? Das ist doch Äpfel mit Birnen vergleichen? Da müssen doch auch die Kosten der Kunden des Konkurrenten rein, die er hat um dieselben Punkte zu erledigen, die wir bei unseren Produkten bereits mit inklusive haben? Wenn dass alles mit rein kommt – also Mitarbeiter, Material, weitere Firmen die Produkte liefern, eigener Service, Dienstleistungen, Verwaltung usw. – dann ergibt sich daraus der eigentliche Preis des Konkurrenzproduktes …
    Aus den Kommunikationen und Papieren, die in der Firma herumgehen, sind solche Überlegungen nie hervorgegenagen, sondern immer nur Gegenüberstellungen was kosten wir als Gesamtes in 1 Jahr, was der Konkurrent und was kommt dabei raus, wenn ich das auf die Köpfe der Kunden/Eigner aufteile … aber wir nennen das mittlerweile höherbezahlte Einsicht
  2. Wie soll der Zusammenschluss denn nun stattfinden? Es müsste doch heissen die besseren Produkte, die ausgereifteren Services, der größere Nutzen für den Kunden müsste eigentlich in das verschmolzene Unternehmen Einzug finden?
  3. Wie passen die Philosphien der Unternehmen zusammen?
    Hintergrund: Wir sind partnerschaftlich ausgelegt. Wir erarbeiten mit dem Kunden Lösungen für seine Probleme, er bekommt das was er meint zu brauchen, wir versuchen es dann massenfähig zu machen und es wiederum an mehr Kunden zu verkaufen, dadurch verbessern wir dann die Preise für neue Produkte, die von vornehrein vielleicht nur für einen kleinen Kundenkreis gedacht sind, wir gehen untereinander sehr partnerschaftlich und freundschaftlich miteinander um, der Kunde ist König … also eine sehr ausgewogene, pertnerschaftliche und vor allem unbedingt kundenorientiert ausgerichtete Firmenkultur.
    Der Konkurrent arbeitet mit den Kunden nicht an Löungen für Probleme, die nicht das Kerngeschäft betreffen. Diese Probleme muss der Kunde durch Einkauf anderer Produkte in Eigenregie lösen, muss für all diese Aufgaben eigenen Mitarbeiter vorhalten, muss sich andere Firmen und Dienstleister einkaufen, muss diverse Verträge haben um alle Services, Produkte und Lösungen im Hause zu haben, muss viel in Eigenriegie machen und dass was der Konkurrent an den Produkten oder Produktionsweisen ändert, muss geschluckt werden. Er agiert wie eine Gelddruckmaschine und nicht so kundenorientiert.
  4. Wie soll sich so eine Fusion durchgeführt werden? Wer führt die Regie?
  5. Wo werden in Zukunft die Produkte hergestellt? Mit welchen Mitteln – unseren oder die des Konkurrenten – werden die Produkte hergestellt?
  6. Fragen über Fragen …

Dies war der erste Teil meiner Schilderung einer Fusion aus der Sicht eines Mitarbeiters. Ich bemühe mich die ganzen Facetten dieses Prozesses von Anfang bis heute – das folgt in den nächsten Teilen – so neutral wie möglich zu schildern. Meine Ausführungen basieren auf den Punkten, die ich weiss, die mir vorliegen, die ich selber am eigenen Leib erfahren habe und nicht auf Gerüchten oder Mutmassungen.

Im nächsten Teil wird die Fusion weiter beleuchtet und was passiert eigentlich wirklich mit einer solchen Fusion am Ende? Wie wird die Fusion durchgeführt? Wie sieht ein solcher Zusammenschluss aus? Es gibt noch viele Interessante Aspekte bei der Geschichte, die bei mir und den Kollegen für einiges an Kopfschütteln gesorgt haben. Es gibt aber auch einige Dinge, die den normalen Mitarbeiter vor Wut kochen lassen, wenn man merkt wie mit den Kunden umgegangen wird und wie den Kunden, die eine solche Fusion tragen und bezahlen müssen, diese Fusion verkauft wird.

Wenn Euch die eine oder andere Frage auf den Lippen liegt, dann scheut Euch nicht diese zu stellen, ich beantworte sie gerne, sofern ich es kann … ich freue mich auf eine rege Diskussion 🙂

So oder so ähnlich hört es sich an, wenn ein Espressomaschinenbesitzer laut darüber nachdenkt, sich mit seiner Espressomaschine einen Kaffee zu machen. Geht man von der Seite der Zubereitungsverfahren an das Thema heran, dann stimmt dies – beide kaffeehaltigen Getränke werden grundverschieden hergestellt.
Espresso wird aus Espressobohnen hergestellt. Diese werden sehr fein gemahlen und das heisse Wasser wird mit 9-10 Bar Druck durch 7-8g komprimiertes Kaffeemehl gedrückt.
Kaffee mit wird Kaffeebohnen hergestellt. Diese werden nocht so fein gemahlen wie Espressobohnen für den Espresso und das heisse Wasser läuft ohne Anwendung von Überdruck durch das Kaffeepulver.
Wie man unschwer sehen kann, ist es laut der originären Herstellungsdefinition nicht möglich mit einer Espressomaschine einen Kaffee herzustellen.

Abstrahiert man Kaffee und Espresso von der Definition zur Herstellung und kommt es mehr auf Geschmack, Crema, Aroma und Intensität des Getränkes an, dann ist es sehr wohl möglich mit einer Espressomaschine einen anständigen Kaffee herzustellen.
Will man einen Geschmack, der in die Richtung Kaffee geht, dann nimmt man am Besten auxh Bohnenröstungen, die nicht speziell für Espresso sind. Espressoröstungen sind nämlich dunkler geröstet als Kaffeeröstungen. Deshalb gibt es dort schon einen geschmacklichen Unterschied und die Geschmacksintensität hinsichtlich des rauchigen und bohnigen Aromas ist eine andere. Gut gehen auch Bohnen der Sorte Cafe Creme.
Für einen Kaffee sollte man dann statt des Einersiebes unbedingt das Zweiersieb nehmen, ein Kaffee umfasst schliesslich auch ein erheblich größeres Volumen. Dies wird mit etwas gröber gemahlenen Kaffeemehl ziemlich voll gemacht. Danach erfolgt wie vom Espresso gewohnt das tampen, damit das Pulver nicht einfach lose im Sieb liegt. Somit wird die Extraktion gefördert, damit es auch anständig Geschmack gibt. Danach erfolgt alles wie beim Espresso sonst auch, nur die 25 sec. Regel sollte über Bord geworfen werden – andere Ausgangssituation, anderes Ergebnis, andere Regeln.
Jetzt macht man das „Brühen“ nach Augenmass und Gefühl. Manche Bohnen neigen bei zu starker Extraktion durch langes Durchdrücken des Wassers zu stärkerer Säure- oder Bitterstoffbildung als andere, also bei denen eher aufhören wenn das aus dem Siebträger austretende Wasser ins blonde geht, manche sind da eher unempfindlich und somit kann auch länger die Blondphase genutzt werden – auch hier muss man eben ein wenig mit der Bohne testen.

In meinem Fall mache ich mit der Oscar auch recht ansprechenden Kaffee, wenn ich von Caffee Fausto den Cafe Creme nehme. Dieser wird mit der Grinta knapp unter der Mahlstufe 2 gemahlen, ca. 15g Pulver kommen in das Zweiersieb, dann wird normal getampt, nicht zu seicht, aber auch nicht übermässig fest, das ganze dann nach Gefühl durchlaufen lassen und es gibt einen gut trinkbaren Kaffee. Es sei allerdings dazu gesagt, dass dieser Kaffee stärker ist, als man ihn aus einem normalen Vollautomaten auf der Arbeit oder bei Bekannten trinkt! Insgesamt finde ich den Espressomaschinenkaffee intensiver und stärker – das stört aber einen Espressotrinker eher wenig 😉
Man sollte nur nie mit dem Einersieb experimentieren, das schmeckt wie mit dem Hammer auf den Kopf!

Wer aber regelmässig einen gut gebrühten Kaffee trinkt, der sollte neben einer Espressomaschine ruhig eine Pressstempelkanne oder eine normale Kaffeekanne mit einem Porzellanfilteraufsatz im Schrank stehen haben, damit schmeckt der Kaffee dann doch noch mehr nach Kaffee … es sind bei der Methode mit der Espressomaschine eben doch etwas andere Geschmackserbegnisse zu erwarten.

Es gibt Momente im Leben, da bemerkt man erst zu spät, was es bedeutet wenn man dem Verlangen nach einem neuen Männerspielzeug nachgibt – die Anspielung zielt auf den letzten Beitrag, in dem ich die Motivation und den Weg zum neuen LCD-TV geschildert habe.
Eine der ersten Erfahrungen war, dass durch das große neue Auge betrachtet so manche Signalquelle in einem ganz anderen, nicht gerade besseren Licht erscheint. Unter anderem hat es damit den DVD-Player getroffen. Ehrlich gesagt hatten wir davon 2 stehen. Einer war mein allererster von Phillips – 7-8 Jahre alt -, der zweite war einer von der günstigen Cyberhome-Variante, den wir bei irgendetwas mal günstig mitbekommen haben. Beide hatten den Nachteil, dass Ihre Bildausgabe nicht mehr auf dem aktuellen Stand war und genau das sieht man auf einem großen TV sofort.

Der erste Gedanke, als die erste DVD eingelegt und auf dem großen Schirm abgespielt wurde, war: Meine Herren sieht das sch… aus!
Nach ein wenig Probieren und sich daran Erinnern, was ein DVD-Player so kann, wie flexibel er ist und was man da vielleicht so alles dran „rumfingern“ kann, fiel der Groschen: Die Dinger waren vom alten Röhren-TV noch auf 4:3 eingestellt und somit wurde das in 16:9 dargestellte Bild noch erheblich schlechter als es sein muss … richtige Formateinstellung werden also vorausgesetzt! Dann kam noch dazu, dass habe ich ein wenig später gemerkt, dass die am TV liegende DVD, eine der ersten DVDs der Serie „CSI: Den Tätern auf der Spur“, wirklich sehr schlechtes Material war.
Nachdem die ersten Steine aus dem Weg geschafft wurden, konnte ich das Bild mal bewerten so wie es wirklich aus den „alten“ Playern herauskommt. Sie machen immerhin in dem Alter bzw. aus der damaligen günstigen Preiskategorie ein ausreichendes Bild, keine Frage, aber eben nur ausreichend. Das Bild war durchweg etwas unscharf, also eher etwas verwaschen. Da fehlte eben etwas, was den Genuss auf dem großen TV vollendet hätte.

Der erste Gedanke bei dem Anblick war: Jetzt haben wir schon so viel Geld für den LCD ausgegeben, dann muss der Rest doch wenigstens einigermassen stimmen. Wie soll man denn sonst die Qualitäten des LCDs zu schätzen wissen und auch geniessen, wenn alle Eingangsquellen durchweg nur durchschnittlich anliefern und HD-TV noch viel zu weit weg ist.
Also ab zu Amazon und mal die passenden Player für uns herausgesucht. Folgende Punkte mussten die Player erfüllen:

  • Relativ günstiger Preis, auch wenn ich diesmal nicht in die unterste Preiskategorie greifen wollte
  • Einen Upscaler sollte er haben, damit wir in den Genuss von gut hochgerechnetem 1080p kommen, in der Hoffnung dass dieser ein spitzen DVD-Bild zaubert
  • Es sollten ausreichend Bewertungen von Besitzern vorhanden sein, die deutlich im 4-5 Sterne Bereich liegen

Nach längerem Suchen bei Amazon habe ich mich für 3 Geräte entschieden, die in die engere Wahl kommen sollten:

  • PIONEER DVD-PLAYER DV-600 AV-K schwarz
  • Samsung DVD 1080 P 7 DVD-Player (Upscaling 1080p) schwarz
  • Toshiba SD 470 EK TE DVD-Player (Upscaling 1080p, DivX-zertifiziert, HDMI) schwarz

Da ich mittlerweile die Erfahrung gemacht habe , dass die Serienstreuung bei neuartigen Elektronikartikeln teilweise riesig ist, und ich keine Lust hatte immer wieder zu bestellen und zurückzuschicken, landeten alle 3 im Warenkorb. Ich wollte sie mir eben alle mal anschauen und in Form eines kurzen Tests sichergehen, dass sie keine Mängel aufweisen und eben auch mal die teilweise gefundenen „Probleme“ an den Geräten selber erfahren um bewerten zu können, ob mich die Dinge auch stören. Gesagt getan … Und weil Mann neugierig und ungeduldig ist schnell per Express zum nächsten Tag bestellt!
Bei dieser meiner ersten Expresslieferung habe ich gelernt: Tue dies nicht, wenn Du nicht zu hause bist und es nicht absolut ernst meinst … und vor allem wenn Du am nachbarschaftlichen Frieden hängst! Ich habe für eine Lieferung vor 12 Uhr bestellt – bei DHL kann man ja auch noch vor 10 Uhr liefern lassen – und wann kam die Lieferung? Um 7 Uhr!!! Wann wäre die denn bei einer Zustellung bis 10 Uhr gekommen? Um 5 Uhr??? Zum Glück stand ich gerade an der Tür und konnte alles entgegennehmen.

Der Sonntag stand dann für die Tests und Begutachtung zur Verfügung. Ich habe mir alle mal genauer angesehen, bedient, die Stabilität der DVD-Lade geprüft usw. Anschliessend wurde die Bildqualität an Hand „Der Herr der Ringe I“ und „Harry Potter I“ getestet.
Dieser Bildtest ergab für mich folgende Reihenfolge:

  • Samsung DVD 1080 P 7 DVD-Player (Upscaling 1080p) schwarz
  • PIONEER DVD-PLAYER DV-600 AV-K schwarz
  • Toshiba SD 470 EK TE DVD-Player (Upscaling 1080p, DivX-zertifiziert, HDMI) schwarz

Der Samsung und der Pioneer hatten bei der Bilddarstellung und der Bildschärfe die Nase vorn. Beide sind mit farblich einheitlichen und nebligen Szenen deutlich besser klar gekommen, der Toshiba hat dort schon deutlich stärkere Artefaktbildung gezeigt, und das Bild wurde bei den beiden Erstgenannten anscheinend besser an den LCD geliefert, denn bei Kameraschwenks war das Bild irgendwie auch besser. Also war hinsichtlich des Bildes die Entscheidung gefallen.
Der Pioneer hatte allerdings von allen 3en die intensivsten Farben!
Allerdings hat dann der Preis für mich den Ausschlag gegeben, weil das Gesamtbild des Samsungs trotz der schwächeren Farben gegenüber des Pioneers sehr gut war und angesichts dessen, dass ich eh mehr auf HD-TV aus bin und innerhalb der nächsten Jahre dann sicherlich auch ein HD-DVD- oder Bluray-Player ins Haus kommt, wollte ich dann für die Zeit bis dahin nicht mehr Geld ausgeben.

Der erste Schritt war getan und die erste Signalquelle wurde qualitativ etwas gehoben … jetzt habe ich nur noch das Sorgenkind DVB-T, was mir von der Bildqualität gar nicht so zusagt … aber ich bin was Technik angeht eh ein wenig verspielt und übertreibe es gerne ein wenig. Mal sehen was die Zeit bringt 😉