Nun komme ich endlich zum schon lange anvisierten und doch immer wieder verschobenen 2. Teil des Blu-Ray Vergleichstests zwischen dem Yamaha BD-S29000 und Sony BD-S350.

Am Anfang des 2. Teils stehen die immer wieder oft genannten und bemängelten Einlesezeiten. So viel sei schon mal vorab gesagt. Wer hier ein Einleseverhalten wie bei den aktuellen DVD-Playern erwartet – also reinlegen und schon geht’s los – der sollte sich damit abfinden, dass es erstmal damit vorbei ist. Das Einlesen von Blu-Rays dauert definitiv länger bis erheblich länger. Aber nun mal Butter bei die Fische:

Yamaha BD-S2900

Sony BD-S350
Fluch der Karibik 1 46 sec. 33 sec.
No Country for old Men 38 sec. 27 sec.
Spiderman 3 59 sec. 50 sec.
Der Pate 1 39 sec. 27 sec.
Penelope 32 sec. 28 sec.
Das Streben nach Glück 37 sec. 27 sec.

Alles in allem ist der BD-S350 im Einlesen der Discs deutlich schneller als der Yamaha. Und vor allem ist er, was das Einlesen bis zum ersten Bild angeht, deutlich konstanter. Beim Yamaha schwankt es doch erheblich mehr je nach eingelegter Blu-Ray. Die Zeiten wurden genommen vom kompletten Schliessen der Disc-Schublade bis hin zum 1. Bild, das auf dem TV erschienen ist.

Wenn wir schon mal den Film drin haben, dann wenden wir uns gleich mal der Handhabung des Players während des Films zu.
Zu allererst fällt der Spulmechanismus auf. Der Sony ist in dem Punkt nicht unbedingt bedienerfreundlich. Er bietet 3 unterschiedliche Geschwindigkeitsstufen. Allerdings fällt das zielgerichtete Spulen hier sehr schwierig, weil der Sony sehr abgehackt immer nur ein Bild zeigt, im Hintergrund weiterspult, dann das nächste Bild zeigt, weiterspult im Hintergrund … je schneller man spult und nach markanten Stellen sucht, desto willkürlicher ist das Treffergebnis weil man mit nahezu 100%iger Wahrscheinlichkeit noch 1 oder 2 Mal nachjustieren muss um ungefähr an die gewollte Stelle zu kommen. Der zeitliche Abstand, der im Hintergrund zwischen den angezeigten Bildchen weitergespult wird, ist bei dem Sony zum Teil sehr erheblich. Der Yamaha ist da bei weitem besser zu bedienen, weil er viel mehr Einzelbilder während des Spulens anzeigt und man so viel zielgerichteter an der Stelle stoppen kann, die man gesucht hat. Ausserdem hat er noch 5 unterschiedliche Spulgeschwindigkeiten, so dass man hier auch besser dosieren kann und auf der schnellsten Stufe auch zügiger vorankommt.
Dann wären da noch so Wahlfunktionen wie Audiospur, Untertitel, Kapitelsprünge, Spulvorgänge, Kapitelanwahl oder andere Sonderfunktionen, die direkt aus dem Film heraus aktiviert werden können. Beim Yamaha kann man wie üblich mit Pfeiltasten spulen – mehrmals gedrückt, wird die Spulgeschwindigkeit erhöht -, die Kapitel kann man auch mit Pfeiltasten immer um 1 Kapitel nach vorne oder hinten springen, mit der „Audio“-Taste kann man jede verfügbare Audiospur anwählen, Untertitel kann man einstellen, indem man per Pfeil-Oben oder „PopUp-Menü“ Taste direkt während des laufenden Films in das Discmenü geht und dort alle Einstellungen on-the-fly vornimmt und bestätigt – der Film läuft in dem Fall sichtbar auf dem TV weiter. Genauso kann man während des laufenden Films direkt in das Zusatzmaterial wechseln und wenn die Sequenz vorbei ist, dann läuft der Film an genau der Stelle weiter, wo er unterbrochen wurde. Eine direkte Anwahl der Kapitel per Zahlentasten ist nicht möglich. Mit der „Status“-Taste bekommt man nach einmaligem Drücken angezeigt, welches Medium abgespielt wird und ob das Bildmaterial in 24p angeliefert wird. Durch das zweite Drücken der „Status“-Taste bekommt man den Fortschrittsbalken mit den Infos wieviel vom Film man schon gesehen hat, wie lange er insgesamt ist, in welchem Kapitel man sich befindet und welcher Track das auf der Scheibe ist. Mit der Taste „Functions“ wechselt kann man wieder in das Hauptmenü der Disc. Mit der „On Screen“ Taste kann man alle Filmeinstellungen – Audio und Video vornehmen – bzw. sich die technischen Details zum aktuell abgespielten Film und den gemachten Einstellungen anschauen. Für den späteren Sprung zu bestimmten Wunschstellen im Film kann man mit der grünen Taste ausreichend viele Bookmarks setzen.
Der Sony ist in den Grundzügen nicht viel anders, aber dennoch gibt es einige feine Unterschiede. Die Kapitelsprünge erfolgen auch hier über Pfeiltasten. Ein kleiner Unterschied ist hier zum Beispiel, dass angezeigt wird zu welchem Kapitel man springt und wieviele Kapitel der Film insgesamt hat. Das Spulen geht auch über Pfeiltasten, aber eben mit der oben bereits genannten Trefferungenauigkeit, die schon mal sehr nervig sein kann. Eine direkte Kapitelanwahl per Nummerntasten ist auch hier nicht möglich. Mit der „Audio“-Taste wird durch die Audiospuren gewechselt, allerdings zeigt der Sony nur die jeweilige Sprache der Spur an und nicht das Format. Wenn also wie beim „Fluch der Karibik 1″ pro Sprache 2 Spuren auf der Disc enthalten sind – Dolby, DTS und PCM unterschiedlich gemischt -, dann kann man mit der Taste nicht ersehen welche Spur man angewählt hat. Über die zusätzliche Taste „Subtitle“ kann man durch alle verfügbaren Untertitel gehen und die gewünschten aktivieren. Mit der Taste „Display“ erfährt mal alle Randdaten zum angelieferten Film, dessen Format, Zeitfortschritt und hier dann auch das Format der Tonspur! Auch bei dem BD-S350 gibt es die Taste „PopUp-Menü“, mit der man in das kleine Disc-Menü wechseln kann und direkt alles einstellen und ggf. auch in andere Spuren oder das Zusatzmaterial wechseln kann – dasselbe Prinzip wie bei dem Yamaha. Mit der Taste „Top-Menü“ kommt man direkt wieder in den Begrüßungsbildschirm des BD-S350 mit der Kosequenz, dass danach der Film wieder von vorne angefangen werden muss – Einlesen der Blu-Ray von ganz vom Anfang. Eine Nachfrage für den Fall, dass man die falsche Taste gedrückt hat, hätte hier gut hingepasst. Mit der „Option“-Taste kann man dann in das Haupt- oder Kontextmenü (auch das PopUp-Menü) wechseln, direkt zu Kapiteln durch die Nummerneingabe springen oder nach einem Titel auf der Scheibe suchen. Bookmarks setzen kann man mit dem Sony nicht.

Das soweit zu den Grundfunktionen der beiden Player und wie sie sich während des Abspielens eines Films bedienen lassen. Hinsichtlich der Bedienung nehmen sie sich nicht viel. Beim Sony kann man über Umwege doch direkt zu Kapiteln springen, dafür zeigt der Yamaha beim Wechseln der Tonspuren alle Infos der Spur an, so dass man nicht raten muss, welches Format man getroffen hat. Ansonsten sind sie sich im Bedienumfang identisch, bis auf die Bookmarks, die es nur beim Yamaha gibt.

Aber einen habe ich noch: Bei dem ganzen hin und her schalten ist mir doch deutlich aufgefallen, dass die Fernbedienung des Sony sehr viel kanckiger im Tastendruck ist, sich besser anfühlt, besser in der Hand liegt und einen weitaus wertigeren Eindruck macht. Die vom Yamaha wirkt dagegen schwammiger und vor allem sehr günstig.

Der Bildeindruck kommt dann endlich beim nächsten Teil dieses Tests ;-)

Edit:
Hier ist der Folgeartikel bereits erschienen – Vergleich Blu-Ray Player – Yamaha BD-S2900 vs. Sony BDP-S350 – Teil 3