Ich habe schon damals viel herumexperimentiert, aber nun habe ich es mal in aller Ruhe ausprobiert: Kaffee handgefiltert.
Nachdem ich ja hauptsächlich Automatenkaffee trinke auf der Arbeit, der an sich auch nicht zu der guten Sorte gehört – man gewöhnt sich aber an alles -, habe ich den Entschluss gefasst mal den guten handgefilterten wieder zu probieren. Gestern habe ich mir noch schnell einen Porzellanfilteraufsatz von Tchibo geholt – Diesen hier (online vergriffen, aber in den Geschäften noch zu bekommen) – und natürlich entsprechende Filter. Schon kann es losgehen.

Als an Automatenkaffee oder -espresso gewöhnt war ich sehr überrascht. Verglichen mit einem Espresso oder auch Kaffee aus einer richtigen Espressomaschine fehlt diesem Kaffee gefühlt zwar der geschmackliche Bumms – soll heissen er ist nicht so stark -, aber er ist sehr rund und ausgewogen vom Aroma … passende und aromatische Bohnen vorausgesetzt. Die Aromen der Bohnen kommen sehr gut zur Geltung und auch für jene die keinen starken Kaffee mögen, ist diese Zubereitung sehr gut geeignet. Man kann spitzenmässig dosieren je nach Geschmack, denn im Verleich zu einer Espressomaschine wo man neben der Menge auch das Tampen im Griff haben muss reicht hier einfach die geschmacklich gewünschte Pulvermenge und alles ist gut! So werde ich auf der nächsten Familienfeier den Kaffee machen, weil meine Mutter immer meint, dass der Kaffee zu stark sei.

Wer Filterkaffee nun mit dem aus den handelsüblichen Kaffeemaschinen – nicht Kaffeeautomaten – vergleicht, dem sei gesagt dass das so gar nicht zu vergleichen ist. Bei den Maschinen sieht man meist schon beim „verbrauchten“ Pulver das Problem. Das Pulver im Filter nach dem durchlaufen läuft in der Mitte spitz zum Filterboden zu, es findet also keine gleichmässige Extraktion des Kaffeepulver statt. Beim Handaufbrühen muss man natürlich darauf achten, dann man immer so viel Wasser im Filter hat, dass er fast voll ist. Dann wird das gesamte Pulver gleichmässig extrahiert und man hat auch nicht den typischen säuerlichen Geschmack im Kaffee wie bei den Maschinen.
Durch dieses gleichmässige Extrahieren wird aus dem Pulver gleichmässig der Geschmack entzogen. Wenn dies nicht gleichässig passiert, wird ein Teil des Pulvers kaum extrahiert, ein anderer viel zu sehr und dann kommen dort auch die Bitterstoffe verstärkt mit heraus. Dies kann man beim gezielten handfiltern vermeiden!
Um Geschmacklich beim handaufbrühen auch ein schönes Aroma zu erzielen, bitte die Bohnen frisch mahlen und nicht schon gemahlen kaufen und diesen nach Wochen ausbrauchen. Das trägt sehr stark zu einem leckeren und ausgewogenen Aroma bei ;-)
Dazu Bedarf es keiner teuren Mühle, weil es bei dieser Zubereitung nicht auf ein möglichst feines und homogenes Pulver ankommt. Hier kann man zum Beispiel eine solche Mühle nehmen:
Siemens MC23200
Diese Kaffeemühlen gibt es aber auch günstiger oder auch teurer. Damit frisch gemahlen und schon schmeckt der Kaffee ganz anders ;-)

Ich bin begeistert und werde mir den normalen Kaffee wohl erheblich öfter so machen, während der gute Espresso weiter von Oscar zubereitet wird!